Wechseln ist möglich — aber in der richtigen Reihenfolge
Ein Heim, das nicht passt, ist kein Schicksal. Es gilt nur eine Regel, und sie ist zeitlicher Natur: Kündigen Sie nie, bevor Sie einen bestätigten Platz haben. Umgekehrt landen Sie in der schlechtesten aller Lagen — hier kein Platz mehr, dort noch keiner.
Schritt 1: den Heimvertrag lesen
Nach dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) können Bewohnerinnen und Bewohner in der Regel zum Monatsende kündigen — häufig mit einer Frist von etwa zwei Wochen, in bestimmten Fällen sogar fristlos. Für die Einrichtung gelten deutlich strengere Regeln: Sie kann nicht einfach kündigen, weil der Pflegeaufwand steigt. Lesen Sie ausserdem, was nach dem Auszug noch berechnet wird — die häufigste böse Überraschung.
Schritt 2: suchen, solange der Platz noch besteht
Fragen Sie bei sechs bis acht Häusern gleichzeitig an, während Ihr Angehöriger noch versorgt ist. Ohne Druck sucht man besser.
Schritt 3: was der Person folgt
Gute Nachricht: Der Pflegegrad und die Leistungen der Pflegekasse hängen an der Person, nicht am Haus. Ein Wechsel bedeutet keinen Neuanfang. Zu informieren sind: die Pflegekasse, und — falls Hilfe zur Pflege läuft — das Sozialamt, da die Bewilligung an eine konkrete Einrichtung und deren Kosten gebunden ist. In Nordrhein-Westfalen gilt das ebenso für das Pflegewohngeld. Diese Meldungen früh zu machen erspart Rückforderungen.
Die Pflegedokumentation und der Medikationsplan werden zwischen den Teams übergeben — fordern Sie beides ausdrücklich an.
Schritt 4: Kaution und Schlussrechnung
Die Kaution wird nach Ausgleich der offenen Rechnungen erstattet; verlangen Sie eine schriftliche Abrechnung und prüfen Sie das genaue Datum, ab dem nichts mehr geschuldet ist.
Wenn der Grund gravierend ist
Gehen Sie wegen Vernachlässigung, beschweren Sie sich nicht nur mündlich: schriftlich an die Leitung, dann an die Heimaufsicht und gegebenenfalls an die Pflegekasse beziehungsweise den Medizinischen Dienst. Stilles Verschwinden lässt die Lage für die übrigen Bewohner unverändert.
Der Umzug selbst
Ein Ortswechsel ermüdet immer, besonders bei Demenz. Sorgen Sie für Vertrautes — gleiche Möbel, gleiche Fotos, gleiche Rituale — und für häufige Besuche in den ersten beiden Wochen.
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Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung; massgeblich ist Ihr Heimvertrag. Curalune vergibt keine Plätze und garantiert keine Verfügbarkeit.
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