Anders als viele denken, übernimmt die Pflegeversicherung im Heim nicht die gesamten Kosten. Sie zahlt einen festen Leistungsbetrag je nach Pflegegrad, den Rest tragen die Bewohnerinnen und Bewohner als Eigenanteil. Wer versteht, wie sich dieser Eigenanteil zusammensetzt — und wie der Leistungszuschlag ihn mit der Zeit senkt — kann realistisch budgetieren und böse Überraschungen vermeiden.
Die vier Bestandteile der Heimrechnung
- Pflegebedingte Kosten: die eigentliche Pflege. Hier zahlt die Pflegekasse den Leistungsbetrag; der Rest ist der pflegebedingte Eigenanteil.
- Unterkunft und Verpflegung („Hotelkosten“): Wohnen und Essen — vollständig vom Bewohner zu tragen.
- Investitionskosten: Anteil für Gebäude und Ausstattung — ebenfalls vom Bewohner zu tragen.
- Ausbildungsumlage (je nach Bundesland).
Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE)
Eine wichtige Besonderheit: Der pflegebedingte Eigenanteil ist für die Pflegegrade 2 bis 5 in einer Einrichtung gleich hoch — der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil. Ein höherer Pflegegrad erhöht also den pflegebedingten Eigenanteil nicht; die Pflegekasse übernimmt bei höherem Grad einen größeren Anteil. Die Gesamtrechnung unterscheidet sich zwischen Heimen vor allem bei Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
Der Leistungszuschlag: der Eigenanteil sinkt mit der Zeit
Seit 2022 gibt es einen Leistungszuschlag, der den pflegebedingten Eigenanteil je nach Dauer des Heimaufenthalts staffelt: Er reduziert den pflegebedingten Eigenanteil im ersten Jahr um 15 %, im zweiten um 30 %, im dritten um 50 % und ab dem vierten Jahr um 75 %. Je länger jemand im Heim lebt, desto stärker sinkt also dieser Anteil. Prüfen Sie die aktuellen Prozentsätze, da sie angepasst wurden und werden können.
Wenn der Eigenanteil nicht zu stemmen ist
Bleibt trotz Leistungsbetrag und Leistungszuschlag eine Lücke, die aus Rente und Vermögen nicht gedeckt werden kann, greift die Hilfe zur Pflege des Sozialamts — mit geschütztem Schonvermögen und, für die meisten Familien, ohne Rückgriff auf die Kinder.
Wenig Zeit? Curalune Hilfe (€99, einmalig) prüft Ihre Situation und schickt Ihnen per E-Mail eine geordnete Auswahl von 3–5 passenden Pflegeheimen — mit Kontakten, einer fertigen Nachricht und den richtigen Fragen — meist innerhalb von 24 Stunden.
Verlangen Sie von jedem Heim eine schriftliche Aufstellung aller vier Kostenbestandteile — nur so vergleichen Sie die Heime ehrlich und kennen den echten monatlichen Eigenanteil.
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Häufige Fragen
Was kostet ein Pflegeheim als Eigenanteil?
Die Pflegekasse zahlt einen festen Leistungsbetrag je nach Pflegegrad; der Rest ist der Eigenanteil aus vier Teilen: pflegebedingter Eigenanteil, Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten und (je nach Bundesland) Ausbildungsumlage. Verlangen Sie eine schriftliche Aufstellung jedes Heims.
Steigt der Eigenanteil mit höherem Pflegegrad?
Der pflegebedingte Eigenanteil ist für die Pflegegrade 2 bis 5 in einer Einrichtung gleich hoch (einrichtungseinheitlicher Eigenanteil). Ein höherer Pflegegrad erhöht ihn nicht — die Pflegekasse übernimmt dann einen größeren Anteil.
Was ist der Leistungszuschlag?
Ein Zuschlag, der den pflegebedingten Eigenanteil nach Aufenthaltsdauer senkt: rund 15 % im ersten Jahr, 30 % im zweiten, 50 % im dritten und 75 % ab dem vierten Jahr. Je länger der Aufenthalt, desto niedriger dieser Anteil. Aktuelle Prozentsätze prüfen.
Was, wenn ich den Eigenanteil nicht zahlen kann?
Reichen Leistungsbetrag, Leistungszuschlag, Rente und Vermögen nicht, übernimmt die Hilfe zur Pflege des Sozialamts die Lücke — mit geschütztem Schonvermögen und, für die meisten Familien, ohne Rückgriff auf die Kinder.