Fast niemand zieht aus einer Entscheidung ins Heim
Man zieht nach einem Sturz mit Bruch ein, nach einer Nacht in der Ambulanz, nach dem Zusammenbruch der pflegenden Angehörigen. Es ist fast immer ein Ereignis, keine abgewogene Wahl.
Wenn Ihre Mutter länger zu Hause bleiben soll, geht es also nicht ums „Durchhalten", sondern darum, das Ereignis zu verhindern. Und das ist meist ein Sturz nachts auf dem Weg zur Toilette.
Die Anpassungen nach Wirkung
- Licht auf dem Weg Bett–Bad: zwei bis drei Nachtlichter mit Bewegungsmelder. Beste Wirkung pro Euro.
- Teppiche und Kabel weg — alle, nicht „die gefährlichen".
- In die Wand geschraubte Haltegriffe neben WC und Dusche. Keine Saugnapfgriffe.
- Bad: Toilettensitzerhöhung, Duschhocker, Antirutschmatte, langer Duschschlauch.
- Geschlossene, rutschfeste Schuhe auch drinnen.
- Betthöhe und Sessel mit Armlehnen statt tiefem Sofa.
- Treppe: Handlauf beidseitig, Kontraststreifen auf erster und letzter Stufe.
- Küche: Alltagsdinge auf Hüfthöhe, kein Tritthocker, Wasserkocher statt Herd — und eine Herdabschaltung.
- Medikamente: Wochendosierer aus der Apotheke plus Handy-Alarm.
- Notruftelefon: Der Knopf hilft nur, wenn er getragen wird — sonst automatische Sturzmelder. Rotes Kreuz, Samariterbund, Caritas und Johanniter bieten Rufhilfe an, oft mit Landesförderung.
Was nichts bringt
Hilfsmittel vor der Beratung kaufen. Erst Beratung, dann Kauf — falsch eingestellte Rollatoren stehen in vielen Wohnungen ungenutzt.
Was öffentlich finanziert wird
- Pflegegeld: Verschlechtert sich der Zustand, lohnt fast immer ein Erhöhungsantrag — mit Pflegetagebuch und ärztlichem Befund. Es ist die Leistung, die Betreuung zu Hause faktisch finanziert.
- Zuschuss zur 24-Stunden-Betreuung: für die Betreuung zu Hause ab einer bestimmten Pflegegeldstufe, einkommensabhängig — beim Sozialministeriumservice zu beantragen.
- Landesförderungen für Wohnungsanpassung (barrierefreies Bad, Rampe, Lift) und für die Rufhilfe: Die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland, zuständig ist die Sozialabteilung des Landes bzw. der Magistrat.
- Kostenlose Beratung bei Pflegeberatungsstellen des Landes und bei den Sozialorganisationen.
Die vier Zeichen, dass es zu Hause nicht mehr geht
- sie geht nachts hinaus oder verirrt sich auf bekannten Wegen;
- nächtliche Inkontinenz, die bis zum Morgen niemand versorgt;
- sie isst nicht, wenn niemand dabei ist;
- die pflegende Person schläft seit Wochen nicht.
Weitermachen ist dann kein Mut mehr, sondern das Aufschieben des Ereignisses, das an Ihrer Stelle entscheidet — hier über die Schuldgefühle, die diese Entscheidung blockieren.
Wenn der Moment kommt: Curalune Hilfe (€79) stellt in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine Auswahl von 3–5 passenden Heimen zusammen — auch nur, um die Optionen vorher zu kennen.
Wichtiger Hinweis
Allgemeine Informationen. Förderungen und Beträge unterscheiden sich je Bundesland und ändern sich: Prüfen Sie die aktuellen Regelungen bei der Sozialabteilung Ihres Landes.