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Ratgeber

Veröffentlicht am 28.07.2026

«Das können wir nicht übernehmen»: PEG, Sauerstoff und Dialyse bei der Heimsuche in Österreich

Warum Pflegeheime medizinisch aufwendige Aufnahmen ablehnen, warum die Antwort je nach Bundesland anders ausfällt, und welche Wege es gibt, wenn das Spital auf Entlassung drängt.

Warum dieser Ratgeber zählt

Gedacht, um die Unsicherheit von Familien zu verringern, die Kosten, Dringlichkeit, Wartelisten und reale Optionen verstehen müssen.

Die Absage, die sich wiederholt

Sie rufen an, schildern die Situation und hören eine Variante desselben Satzes: «Das können wir nicht übernehmen.» PEG-Sonde, Sauerstoff, Tracheostoma, komplexe Wunden, Schmerzpumpe, Dialyse dreimal pro Woche — jeder dieser Punkte kann ein Aufnahmegespräch in Sekunden beenden. Es ist selten Unwillen: Es geht um Personalschlüssel im Nachtdienst, um Einweisungen und um Finanzierung.

Warum die Antwort je nach Bundesland anders ausfällt

Ein österreichischer Punkt, den Familien oft überrascht: Heimrecht, Personalschlüssel und die Restkostenübernahme sind Landessache. Ein Haus in Oberösterreich, eines in der Steiermark und eines in Wien arbeiten unter unterschiedlichen Vorgaben. Wer wohnortnah sucht und dabei eine Landesgrenze überschreitet, bekommt nicht nur andere Antworten, sondern trifft auch auf andere Zuständigkeiten bei der Sozialhilfe.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht «haben Sie diplomiertes Personal?», sondern «wie viele diplomierte Pflegepersonen sind nachts im Dienst, für wie viele Bewohnerinnen und Bewohner, und wie viele davon sind für diese Massnahme eingeschult?».

Grobe Orientierung nach Bedarf

  • Stabile PEG, stabiler Sauerstoff, Dauerkatheter, Stoma: von vielen Häusern leistbar, wenn der Nachtdienst mit diplomiertem Personal besetzt ist
  • Tracheostoma mit Absaugen, komplexe Wunden, Schmerzpumpe: hängt an der Zahl eingeschulter Fachkräfte pro Dienst — viele Häuser lehnen ab
  • Invasive Beatmung: in der Regel ausserhalb des klassischen Pflegeheims
  • Palliative Situationen: mobile Palliativteams und Hospizteams kommen ins Heim — fragen Sie danach, statt das Haus allein zu beurteilen
  • Dialyse: das Heim dialysiert nicht. Die eigentliche Frage ist der Krankentransport dreimal pro Woche, wer ihn verordnet und organisiert

Der Bedarf gehört präzise beschrieben, nicht abgeschwächt

Viele Angehörige stellen den Fall im ersten Telefonat bewusst leichter dar, aus Angst vor einer Absage. Das Gegenteil ist wirksam: Ein Haus lehnt vor allem dann ab, wenn der Aufwand unklar ist, weil unklar gleich unkalkulierbar heisst. Eine präzise Beschreibung — Sondengrösse, Absaugfrequenz, Sauerstofffluss, Verbandregime, Mobilisationsbedarf — macht den Fall einordenbar. Und sie verhindert das Schlimmere: eine Zusage, die nach der Begutachtung zurückgezogen wird, oder eine Verlegung wenige Wochen nach dem Einzug.

Fragen, die eine belastbare Antwort bringen

  1. «Wie viele diplomierte Pflegepersonen sind nachts im Dienst, für wie viele Bewohnende?»
  2. «Wie viele Ihrer jetzigen Bewohnenden haben eine PEG, ein Tracheostoma, Sauerstoff?»
  3. «Wer saugt um drei Uhr früh ab, und wie viele im Nachtdienst sind eingeschult?»
  4. «Arbeiten Sie mit einem mobilen Palliativteam oder einer Wundexpertin zusammen, und in welcher Frist?»
  5. «In welches Dialysezentrum wird transportiert, und wer organisiert die Fahrten?»
  6. «Mussten Sie Bewohnende verlegen, weil der Betreuungsaufwand gestiegen ist? Was war der Auslöser?»

Wenn das Spital auf Entlassung drängt

Bei medizinisch stabiler, pflegerisch offener Situation helfen drei Schritte: das Entlassungsmanagement des Spitals einfordern und eine präzise Pflegeüberleitung verlangen statt einer allgemeinen Zusammenfassung; die Übergangspflege als Brücke prüfen, während die Dauerlösung weiterläuft; und parallel die Zuständigkeit für die Restkostenübernahme beim Land klären, damit die Finanzierung den Platz nicht verzögert. Wenn sich der Betreuungsaufwand deutlich erhöht hat, ist ausserdem ein Erhöhungsantrag beim Pflegegeld sinnvoll — die Dokumentation des Spitals ist dafür das stärkste Beweismittel.

Der Unterschied zwischen wochenlangem Telefonieren und wenigen Tagen

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Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch das Behandlungsteam oder die zuständige Landesstelle. Heimrecht, Personalvorgaben und Restkostenregelungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Curalune vergibt keine Heimplätze und garantiert keine Verfügbarkeit.

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