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Ratgeber

Pflegeheimvertrag prüfen6 Min. geschätzte LesezeitVeröffentlicht am 30.08.2026

Wenn der Heimträger kündigt: Zahlungsrückstand, Ersatzplatz und Umzugskosten prüfen

Was österreichische Familien bei einer Kündigung wegen Zahlungsrückstands prüfen müssen: Fristen, Mahnung, strittige Beträge, Ersatzplatz und Umzugskosten.

Warum dieser Ratgeber zählt

Gedacht, um die Unsicherheit von Familien zu verringern, die Kosten, Dringlichkeit, Wartelisten und reale Optionen verstehen müssen.

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Eine Kündigung durch den Träger eines österreichischen Pflegeheims ist keine gewöhnliche Wohnungsangelegenheit. Sie kann Betreuung, Finanzierung und einen sicheren Umzug gleichzeitig gefährden. Nach dem Heimvertragsgesetz darf der Heimträger nur aus wichtigen Gründen schriftlich kündigen. Bei Zahlungsrückstand kommt dieser Grund insbesondere in Betracht, wenn das fällige Entgelt trotz einer Ermahnung mindestens zwei Monate offen ist.

Für die Familie beginnt damit kein automatischer Auszug am nächsten Tag. Sie muss zuerst prüfen, ob Grund, Rückstand und Frist stimmen, während sie parallel einen realistischen Ersatzplatz sucht. Ebenso wichtig: Aus dem Gesetz folgt nicht pauschal, dass der bisherige Träger jedes neue Heim oder sämtliche Umzugskosten bezahlt. Diese Punkte müssen getrennt geklärt und schriftlich budgetiert werden.

Die Kündigung auf Form, Grund und Termin prüfen

Der Heimträger muss schriftlich und unter Angabe des Grundes kündigen. Grundsätzlich gilt eine einmonatige Kündigungsfrist zum Monatsende; bei einer Betriebseinstellung oder wesentlichen Einschränkung nennt das Gesetz drei Monate. Notieren Sie Zustelldatum, behaupteten Rückstand, Monatsende und das verlangte Räumungsdatum.

Verlassen Sie sich nicht auf ein Telefongespräch. Fordern Sie Vertragskonto, Rechnungen, Gutschriften und Mahnung an. Stimmen Kündigungsschreiben und Buchhaltung nicht überein, benennen Sie jede Differenz schriftlich. Eine bloße Zahlungsaufforderung und eine gesetzlich relevante Ermahnung dürfen nicht gedankenlos gleichgesetzt werden.

Den Rückstand monatsweise rekonstruieren

Erstellen Sie eine Tabelle mit Grundentgelt, Pflegeleistungen, Zusatzleistungen, öffentlichen Zahlungen, Eigenanteil und tatsächlichen Überweisungen. Prüfen Sie Fälligkeit und Buchungsdatum. Ein offener Betrag kann durch eine noch nicht verbuchte Leistung, eine strittige Einstufung oder einen privat bestellten Zusatz entstanden sein.

Das Gesetz nennt für den Kündigungsgrund einen Rückstand von mindestens zwei Monaten nach einer nach Fälligkeit erfolgten Ermahnung. Das ist kein Anlass, berechtigte Forderungen aufzuschieben. Es ist aber ein Anlass, die genaue Grundlage festzustellen, bevor Angehörige aus Angst irgendeinen Gesamtbetrag anerkennen.

Vertretung und Vertrauensperson einbeziehen

Bewohnerinnen und Bewohner dürfen dem Träger eine Vertrauensperson nennen. Bei einer gröblichen Pflichtverletzung oder schweren Störung sieht das Heimvertragsgesetz ein Ermahnungsverfahren vor, zu dem Vertretung und Vertrauensperson unter Bekanntgabe des Grundes geladen werden. Prüfen Sie, wer im konkreten Fall informiert wurde und wer rechtswirksam handeln darf.

Ein Familienmitglied ist nicht automatisch Vertragspartner oder persönlicher Schuldner. Unterschreiben Sie keine private Haftungs- oder Kostenübernahme, nur um Zeit zu gewinnen. Wenn Entscheidungsfähigkeit oder Vollmacht unklar sind, muss diese Frage vor einer verbindlichen Vereinbarung geklärt werden.

Einen strittigen Betrag nicht mit dem Umzug vermischen

Kommt es zu einem gerichtlichen Räumungsstreit und ist die Höhe des geschuldeten Betrags strittig, entscheidet das Gericht darüber vor Schluss der mündlichen Verhandlung durch Beschluss. Wird der festgestellte Rückstand binnen 14 Tagen nach Rechtskraft bezahlt, ist eine darauf gestützte Kündigung unwirksam. Verfahrenskosten können dennoch anfallen, wenn der Verzug verschuldet war.

Diese Regel ist keine allgemeine Zahlungsfrist für jede Situation und ersetzt keine Rechtsberatung. Lassen Sie Fristen sofort prüfen. Organisieren Sie gleichzeitig die Versorgung weiter; ein rechtlicher Einwand allein erzeugt keinen freien Platz in einem anderen Heim.

Den Sozialhilfeträger rechtzeitig einschalten

Bei einer Kündigung muss der Heimträger grundsätzlich auch den örtlich zuständigen Träger der Sozial- und Behindertenhilfe verständigen, sofern die Bewohnerin oder der Bewohner nicht widerspricht. Fragen Sie nach, ob die Verständigung erfolgt ist, welche Unterlagen fehlen und ob eine Finanzierungslücke korrigiert werden kann.

Bereiten Sie Einkommensnachweise, Pflegegeld, Vertretungsunterlagen, Heimvertrag und Kontoblatt vor. Trennen Sie laufende Finanzierung von Altschulden. Eine neue Kostenübernahme löst einen alten Rückstand nicht automatisch, kann aber verhindern, dass dieselbe Lücke im Ersatzheim erneut entsteht.

Ersatzplätze nach echter Aufnahmefähigkeit vergleichen

Beschreiben Sie Pflegebedarf, Mobilität, Verhalten, Medikamente, Nachtversorgung und gewünschtes Einzugsdatum. Fragen Sie jedes Heim nach konkreter Aufnahmeprüfung, Zimmerart, Gesamtkosten und erforderlichen Unterlagen. Eine Warteliste ist keine Aufnahmezusage.

Vergleichen Sie mindestens ein fachlich passendes Wunschheim und eine kurzfristig verfügbare Übergangslösung. Kündigen Sie keine andere Versorgung und beauftragen Sie keinen Transport, bevor Aufnahme, Datum und Finanzierung schriftlich bestätigt sind. Curalune garantiert weder Verfügbarkeit noch Aufnahme.

Umzugskosten und Doppelzahlungen vollständig kalkulieren

Rechnen Sie Transport, Begleitperson, medizinische Übergabe, Verpackung, Möbellagerung, Endreinigung und mögliche Überschneidungen zweier Entgelte. Fragen Sie den bisherigen Träger, welche Leistungen bis wann berechnet werden und wann Kaution oder Guthaben abgerechnet werden.

Prüfen Sie getrennt, ob Sozialhilfe, Versicherung, Gemeinde oder eine andere Stelle einzelne Kosten übernimmt. Nehmen Sie keine Erstattung als sicher an, solange keine schriftliche Zusage vorliegt. Für den neuen Vertrag verlangen Sie eine Aufschlüsselung von Unterkunft, Verpflegung, Grundbetreuung, besonderer Pflege und Extras.

Vermittlungsprovisionen und Interessenkonflikte offenlegen

Bei Zeitdruck kann eine Vermittlung sinnvoll sein. Fragen Sie trotzdem, wer sie bezahlt, ob nur Partnerheime gezeigt werden und ob eine Provision erst bei Aufnahme entsteht. Ein angeblich kostenloser Dienst kann wirtschaftlich vom ausgewählten Anbieter abhängen.

Verlangen Sie eine Liste der geprüften und ausgeschlossenen Optionen sowie den Stand jeder Verfügbarkeitsauskunft. Ein Vermittler darf eine Anfrage oder Wartelistenposition nicht als gesicherten Platz darstellen.

Wie Curalune die Entscheidung strukturiert

Der Optionsauswahl-Service von Curalune kann Anforderungen, Kostenrisiken und geeignete Einrichtungen in einer nachvollziehbaren Vorauswahl ordnen. Der umfassendere Kontaktservice kann konkrete Fragen zu Aufnahmeprüfung, Gesamtentgelt, Fristen und Dokumenten für ausgewählte Heime vorbereiten.

Curalune ersetzt keine Rechtsvertretung, Behörde oder medizinische Beurteilung. Curalune garantiert weder Verfügbarkeit noch Aufnahme. Bei laufenden Gerichts- oder Kündigungsfristen ist zusätzlich zeitnah fachkundiger Rat erforderlich.

Führen Sie für jede Option ein Ablaufdatum der Auskunft. Ein heute verfügbares Zimmer kann nach medizinischer Prüfung oder am gewünschten Termin nicht mehr angeboten werden. Fragen Sie auch, ob das Ersatzheim die vollständige Medikation, Hilfsmittel, ärztlichen Unterlagen und Pflegeberichte vorab benötigt. Ein Platz ist erst praktisch nutzbar, wenn Übergabe und Versorgung am Einzugstag organisiert sind.

Bewahren Sie jede Bestätigung mit Datum und zuständiger Ansprechperson auf.

Häufige Fragen

Darf der Heimträger wegen einer einzigen verspäteten Rechnung kündigen?

Der gesetzlich genannte Kündigungsgrund bei Zahlungsverzug setzt insbesondere einen Rückstand von mindestens zwei Monaten trotz Ermahnung voraus. Der konkrete Vertrag und Sachverhalt müssen dennoch geprüft werden.

Stoppt eine Zahlung jede Kündigung automatisch?

Nein. Für den gerichtlichen Streit über die Rückstandshöhe enthält das Gesetz eine besondere 14-Tage-Regel nach Rechtskraft des Beschlusses. Andere Kündigungsgründe oder Kosten können bestehen bleiben.

Muss das alte Heim einen Ersatzplatz finden?

Gehen Sie nicht von einer automatischen Platzgarantie aus. Klären Sie Unterstützungs- und Verständigungspflichten, suchen Sie parallel und verlangen Sie vom neuen Heim eine schriftliche Aufnahmebestätigung.

Garantiert Curalune einen Platz vor Ablauf der Frist?

Nein. Curalune unterstützt Auswahl und Kontaktvorbereitung, garantiert aber weder freie Kapazität noch Aufnahme oder öffentliche Kostenübernahme.

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