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Ratgeber

Dringend11 Min. geschätzte LesezeitVeröffentlicht am 27.07.2026

Ein Dekubitus ist im Pflegeheim entstanden: was das bedeutet und was Sie verlangen können

Sie entdecken eine Wunde am Steissbein oder an der Ferse, und man erklärt Ihnen, das sei das Alter. Es ist nicht das Alter: Risikoeinschätzung, Lagerungswechsel und Antidekubitusmatratze sind erwartbare Pflegeleistungen, und die Pflegedokumentation kann zeigen, was davon gemacht wurde. Hier stehen die vier Unterlagen, die Sie anfordern.

Warum dieser Ratgeber zählt

Gedacht, um die Unsicherheit von Familien zu verringern, die Kosten, Dringlichkeit, Wartelisten und reale Optionen verstehen müssen.

Der Moment, in dem Sie ihn sehen

Sie helfen Ihrer Mutter beim Umsetzen und sehen eine Wunde: am Steissbein, an der Ferse, an der Hüfte. Eine Rötung, die auf Fingerdruck nicht verblasst, oder bereits offene Haut.

Sie fragen nach, und man sagt Ihnen, das komme vor, das sei das Alter, die Haut sei dünn.

Alte Haut ist empfindlich. Aber ein Dekubitus ist kein Schicksal: Er ist das Ergebnis von anhaltendem Druck an derselben Stelle, und seine Vermeidung ist eine erwartbare Pflegeleistung, kein Entgegenkommen.

Was hätte geschehen müssen

Die fachlichen Standards sind etabliert, und das Haus kennt sie. Vier Dinge bilden die Grundlage:

  • Eine Risikoeinschätzung beim Einzug, mit einem anerkannten Instrument, wiederholt und immer dann neu, wenn sich der Zustand ändert — nach einem Krankenhausaufenthalt, bei Gewichtsverlust, bei längerer Bettlägerigkeit.
  • Geplante und dokumentierte Lagerungswechsel, nicht nach Massgabe der jeweiligen Dienstbelastung.
  • Geeignete Hilfsmittel: Antidekubitusmatratze oder Auflage, ein passendes Sitzkissen, Fersenfreilagerung.
  • Ernährung und Flüssigkeit, die darüber entscheiden, ob Haut hält und eine Wunde heilt. Unbehandelter Gewichtsverlust ist ein eigenständiger Risikofaktor.

Entsteht dennoch ein Dekubitus, lautet die Frage nicht «wer ist schuld», sondern: Welcher dieser vier Punkte wurde nicht gemacht, und seit wann? Das kann die Pflegedokumentation beantworten.

Die vier Unterlagen, die Sie schriftlich anfordern

  1. Die Risikoeinschätzung: die beim Einzug und die aktuellste.
  2. Die Lagerungsdokumentation der letzten vierzehn Tage.
  3. Den Wundbehandlungsplan: wer hat beurteilt, welches Stadium, welche Auflage, in welchem Abstand, wer beurteilt neu.
  4. Gewichts- und Ernährungsverlauf der letzten drei Monate.

Schicken Sie das in einer einzigen E-Mail an Heim- und Pflegedienstleitung, mit Antwortfrist. Diese vier Unterlagen sagen alles: Sind sie vorhanden und schlüssig, ist der Dekubitus trotz fachgerechter Pflege entstanden. Fehlen sie, haben Sie Ihre Antwort — und eine lückenhafte Pflegedokumentation wirkt sich in einem späteren Verfahren gegen das Haus aus, nicht gegen Sie.

Was Sie sofort verlangen

  • Eine wundfachliche Beurteilung oder Zuweisung. Eine Wunde, die sich drei Wochen nicht bessert, braucht einen zweiten Blick — und das Haus sollte benennen können, wen es beizieht.
  • Datierte Fotos bei jeder Neubeurteilung, in der Dokumentation. Das beste Verlaufsinstrument, und es lenkt Aufmerksamkeit auf die Wunde.
  • Behandelte Schmerzen. Ein Dekubitus schmerzt, auch bei jemandem, der es nicht mehr sagen kann. Verlangen Sie eine geeignete Schmerzerfassung.
  • Die Hilfsmittel schriftlich: welche Matratze, seit wann, auf wessen Anordnung.

An wen Sie sich wenden, wenn nichts geschieht

  • Heim- und Pflegedienstleitung, schriftlich, mit den vier Anforderungen und einer Frist.
  • Die Patienten- und Pflegeanwaltschaft Ihres Bundeslandes. Kostenlos, unabhängig, und sie prüft und vertritt Sie gegenüber dem Haus — auch bei der Frage, ob ein Behandlungsfehler vorliegt. Das ist der wichtigste Anruf.
  • Die Pflege- beziehungsweise Heimaufsicht des Landes. Melden Sie Muster, nicht einen schlechten Tag: mehrere Wunden auf derselben Station sagen etwas über die Nachtbesetzung.
  • Die Volksanwaltschaft, wenn die Landesaufsicht selbst untätig bleibt.
  • Ein ärztlicher Befund ausserhalb des Hauses, bevor Sie irgendetwas geltend machen. Ohne ihn bleibt es bei Aussage gegen Aussage.

Bevor Sie ein Haus auswählen

Wenn Sie noch suchen, stellen Sie bei der Besichtigung die Frage: «Wie viele Bewohnerinnen haben derzeit einen Dekubitus, und wer macht die Risikoeinschätzung beim Einzug?» Ein Haus, das seine Zahl kennt und sein Vorgehen erklärt, arbeitet daran. Ein Haus, dem die Frage unangenehm ist, hat bereits geantwortet.

Der praktische Punkt

Ein Dekubitus ist keine Folge des Alters, sondern von Druck, der zu lange gewirkt hat. Fordern Sie die vier Unterlagen schriftlich an, bestehen Sie auf wundfachlicher Beurteilung und datierten Fotos, lassen Sie die Schmerzen behandeln — und holen Sie die Patienten- und Pflegeanwaltschaft dazu, sobald die Dokumentation Lücken hat.

Kommen Sie zum Schluss, dass dieses Haus nicht das richtige ist, gibt Ihnen Curalune Hilfe den Startpunkt: 3–5 passende Einrichtungen für die tatsächliche Situation innerhalb von 24 Arbeitsstunden, mit Kontaktdaten, Links und einer fertigen Nachricht an alle gleichzeitig. €79 einmalig. Erhalten Sie nicht mindestens 3 Häuser, die zu Gebiet und Kriterien passen, erstatten wir den vollen Betrag. Hier starten

Fachliche Standards zur Dekubitusprophylaxe und Wundversorgung, die Anforderungen an die Pflegedokumentation sowie Zuständigkeiten und Meldewege der Aufsichtsbehörden unterscheiden sich teilweise nach Bundesland und werden regelmäßig angepasst. Kostenlose Beratung und Vertretung bieten die Patienten- und Pflegeanwaltschaft des Landes und die Volksanwaltschaft; holen Sie bei einer schweren Wunde einen ärztlichen Befund ausserhalb der Einrichtung ein. Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt weder Rechtsberatung noch medizinische Hinweise. Curalune vergibt keine Heimplätze und garantiert keine Verfügbarkeit.

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